Sondernewsletter Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg 22.11.18

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HAUS & GRUND: SONDERNEWSLETTER ZUR VERLEIHUNG DES CLEMENS AUGUST PREISES
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HAUS & GRUND: SONDERNEWSLETTER ZUR VERLEIHUNG DES CLEMENS AUGUST PREISES

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Beueler City-Projekt wurde ausgezeichnet – Zehn Jahre Planung – Zwei Jahre Bauzeit



Ansicht Friedrich-Breuer-Straße



 



Ansicht Siegfried-Leopold-Straße




 



Innenblocklösung.
Fotos: Bauwerkstadt-Architekten

 



 


Gewinner v.l. Ulrich Speicher und Architekt Marc Schraa, Foto:Bildagentur Knopp/Loutfi





In einer Feierstunde wurde ein Beueler City-Projekt mit dem CLEMENS AUGUST PREIS FÜR BAUKULTUR 2018 ausgezeichnet. Apotheker Ulrich Speicher, Geschäftsführer der Eigentümer, der Immobilien Concept Grundbesitz GmbH, nahm die Ehrung, Plakette, Urkunde und Geldpreis von 1500 Euro persönlich entgegen. Für den Auslober, Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, gratulierte Architekt Helmut Görgen, stellvertretender Vorsitzender, für die unterstützende Volksbank Köln/Bonn Vorstandsmitglied Bruno Hollweger und Hauptgeschäftsführer Helmut Hergarten. Die Entscheidung über den diesjährigen CLEMENS AUGUST PREIS FÜR BAUKULTUR hatte eine Jury unter Vorsitz der Architektin Ines Knye, entschieden. Knye ist Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten, Region Bonn/Rhein-Sieg.

Die Jury würdigte die Investition in ein urbanes Projekt mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz, das mit der realisierten Nutzungsmischung zukunftsfähig bleibt und einen baukulturellen Beitrag zu verdichteten Innenstadtbereichen leistet. Die Projektanforderung, großflächigen Einzelhandel in das kleinmaßstäbliche Stadtteilzentrum von Beuel-Mitte zu integrieren, sei ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Stadtentwicklung. Die Nutzungsmischung Nahversorgung, Büro- und Praxisflächen sowie Wohnen trage zur Vitalisierung und Urbanisierung bei.

Das Wohn- und Geschäftshaus verbindet die Friedrich-Breuer-Straße 58 mit der dahinter liegenden Siegfried-Leopold-Straße.

Von der ersten Idee bis zur Vollendung vergingen zehn Jahre. Acht Jahre wurde verhandelt, auch – mit einer Nachbarin bis zum Oberverwaltungsgericht Münster - gestritten, zwei Jahre lang wurde gebaut.
Architekten des Projektes kamen aus der BauWerkStadt Decker, Jockers, Oelmann, Schraa. Der projektverantwortliche Architekt, Marc Schraa, war bei der Preisverleihung dabei.

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Sonderpreis geht nach Alfter – Bunte Eigentümergemeinschaft schließt Baulücke an der Lukasgasse



Die "bunte Eigentümergemeinschaft"
aus Alfter




Lukasgasse 4, Alfter

Hinter diesem Baulückenschluss steht eine ungewöhnliche Geschichte. Eine bunte Eigentümergemeinschaft schloss in der engen Ortslage von Alfter, in der Lukasgasse 4, eine Baulücke. Es war wohl weniger die sehr gut gelöste architektonische Herausforderung, dafür aber die eher ungewöhnlich zusammengesetzte Bauherren-/-frauengemeinschaft.

Keine Erbengemeinschaft, kein zentraler Investor, sondern fünf Leute, ein Ehepaar und drei Einzelpersonen – unter ihnen drei Frauen – die sich für das Lückenschlussprojekt begeistert, es geplant, finanziert und bebaut haben. Eine „Baufrau“ zog persönlich ein. Die anderen haben vermietet.

Die Jury würdigte mit dem Sonderpreis (1000 Euro und Urkunde) das Engagement der heterogenen Baugemeinschaft, die sich identitätsstiftend im Kleinstadtidyll zeigt, aber auch die sorgfältig durchdachte und umfängliche Entwurfsleistung der Architekten Burkhard Moos und Ursula Rosiny-Moos.

Die Baulücke im Alfterer Zentrum war eine Herausforderung durch schwierige und vielseitige Randbedingungen. Kleinteilige Fassaden stellen den Bezug zur teilweise historischen Nachbarbebauung her, Nachbarschaft auf engstem Raum wird erlebbar. Die Effizienz steht im Gegensatz zur kleinteiligen Grundrissstruktur mit individuell gestalteten Wohnungen.

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Anerkennung für renoviertes Gründerzeithaus in Poppelsdorf



v. l. Bruno Hollweger, Helmut Görgen, Volker Groß, Benedikt und Dr. Johannes Fetsch


 

Fassade des Hauses Bennauer Straße 42

Eine Anerkennung (Urkunde und 500 Euro) sprach die Jury für die Renovierung eines Gründerzeithauses in Poppelsdorf aus. Das Bauherr Dr. Johannes Fetsch gehörende Projekt an der Bennauer Straße wurde von Dipl.-Ing. Benedikt Fetsch (Waldorfplan Architekturbüro Bonn) saniert und gestaltet.

Die Jury würdigte die planerische Kompetenz, die zeitgemäße bautechnische Qualität und die zurückhaltende Sensibilität in der Ausführung. Aus einem eher schmucklosen Südstadthaus, das längst seiner Zierade beraubt war, wurde – obwohl kein Denkmal – ein Schatzkästchen.

Bei den Fassadenelementen sprach die Jury von einer "Heilung im Straßenbild".

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Feierstunde in der Alten Kirche des Leoninums – Diskussion und Herausforderung – OB wurde von Bürgermeister Reinhard Limbach vertreten





Helmut Görgen (l) und Moderator
Volker Groß begrüßen die Gäste


Diskussion über Privates Bauen: v.l. Helmut Görgen, Bruno Hollweger, Volker Groß, Werner D’hein






 

Architekt Ralph Schweitzer (r.)
erläutert die besten Arbeiten




Der ehemals sakrale Raum bot die geeignete Atmosphäre für die Feierstunde. Zum dritten Mal wurde der CLEMENS AUGUST PREIS verliehen, zum ersten Mal in der Alten Kirche des früheren Aachener Theologenkonvikts Leoninum am Alten Friedhof, heute Hotel, Tagungsstätte, Seniorenresidenz.

Volker Groß, Moderator von Radio Bonn/Rhein-Sieg, leitete durchs Programm und führte lockere wie anregende Interviews. So mit H&G-vorstandsmitglied Werner P. D’hein, der vor Jahren die Idee für den Preis hatte, dem Architekten Helmut Görgen, der als stv. Vorsitzender von H&G auch Jury-Mitglied war und mit Vorstandsmitglied Bruno Hollweger von der Volksbank Köln Bonn. Die Regionalbank unterstützt von Anfang an den CLEMENS AUGUST PREIS.

Werner D’hein hob die Bedeutung privater Bauherren für das Gesicht und die Gestaltung der Städte hervor. Gegenüber den oft großen öffentlichen Bauwerken setzte sich D’hein dafür ein, das Gewicht zu verschieben und die Wirkung privaten Bauens auf Gestaltung und Stadtleben zu unterstreichen. Seine Freude am individuellen Bauen ist ihm anzumerken. Es werde abwechslungsreich gebaut und es mache Freude, durch die Stadt und ihre Wohngebiete zu gehen: „Hier ist es schön“. Banker Bruno Hollweger wies auf die wirtschaftliche Bedeutung des privaten Bauens hin, darunter auch auf die positiven Effekte für den lokalen und regionalen Arbeitsmarkt. Auch die Finanzierungsleistungen der Finanzwirtschaft wurde angesprochen sowie die angezogenen Grundstückspreise. Das bestätigte Hollweger, sieht aber noch keine Immobilienblase. Helmut Görgen erinnerte an die intensive Arbeit der Jury, die sich sehr ausführlich und konzentriert mit den eingesendeten Arbeiten befasste. Zudem funktioniere der jährliche Wechsel zwischen dem Fassadenwettbewerb und dem CLEMENS AUGUST PREIS FÜR BAUKULTUR sehr gut.

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Hochkarätige Fachjury: Vom Stadtbaurat bis zur BDA-Vorsitzenden



Bei der Arbeit: hochkarätige
Jury an den Projektwänden





(links) Vorsitzende Ines Knye, rechts
stv. H&G-Vorsitzender Helmut Görgen

Bei der Preisverleihung, bei der sich Eigentümer und Architekten zu ihren Projekten äußerten, stellt Jurymitglied und Architekt Ralph Schweitzer in der ihm eigenen kreativen Art die preisgekrönten Maßnahmen vor und erläuterte die Bewertung durch die Jury.

Auch dieses Mal war es gelungen, eine tatsächlich hochkarätige Jury zusammenzustellen. Ihre Vorsitzende wurde Ines Knye, Architektin und Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Bonn/Rhein-Sieg. Ebenfalls zu den BDA-Architekten gehörte Ralph Schweitzer. Die Stadt Bonn wurde durch Stadtbaurat Helmut Wiesner vertreten, die Volksbank durch Vorstand Bruno Hollweger. Die Bonner Energie Agentur warf durch Geschäftsführerin Celia Schütze ein fachkundiges Auge auf die eingereichten Projekte, gleiches tat Karl Meurer für die Handwerkerschaft. Haus & Grund war vertreten durch den Architekten und stv. Vorsitzenden Helmut Görgen, durch das Beiratsmitglied und Baudezernentin Barbara Guckelsberger (Stadt Siegburg) und Geschäftsführer Markus Gelderblom.

Bewertet wurden die architektonische und städtebauliche Qualität der Maßnahmen, innovativer und materialgerechter Einsatz von Baustoffen, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen, Beiträge der Gebäude zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderung sowie funktionale Aspekte und Nutzungsflexibilität.

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Apell: „Der Architekt ist nicht nur ein Dienstleister“ – Ines Knye fordert Wertschätzung für die baukünstlerische Leistung zurück – Bauschau Südstadt – Architekten sollen Stadtplaner beraten




Ines Knye bricht eine Lanze für den Architekten als Baumeister

Mit einem kritischen Blick auf die geänderte Rolle des Architekten in der aktuellen Bau- und Planungswirklichkeit leistete  bei der Verleihung des Preises die Vorsitzende der Jury, Architektin Ines Knye, einen nachdenklichen und positionierten Beitrag. Er beschäftigte sich mit der Wandlung des Berufes, seine heutigen Zwänge aus gesetzlichen Vorgaben und technischen Normen und die damit eingeengte Fähigkeiten des Architekten als  Baukünstler, Baumeister oder Oberster Handwerker. Die Analyse gipfelte in der Feststellung „Der Architekt ist nicht nur ein Dienstleister“. Knye forderte mehr Wertschätzung für die baukünstlerische Leistung und Vertrauen auf seine Professionalität und Sozialkompetenz. 

Die Vorsitzende des BDA Bonn/Rhein-Sieg schilderten den radikalen Wandel dieser Begriffe. Sie trafen zuletzt auf die Zunft in der Renaissance zu und fand ihre maximale Verwirklichung in der Gründerzeit am Ausgang des 19. Jahrhundert. Beispiel Bonner Südstadt: Hier habe das „Bauhandwerk, einer Bauausstellung gleich, sein ganzes Können nach Außen repräsentiert.“

Heute die Aufgabenstellung komplexer. Architekten müssten Juristen, Ingenieure, Gestalter – und dann auch noch Baumeister sein. Gesetze, Verordnungen, Satzungen, Gutachten, forderten nur eine Seite des Architekten. Er schlage sich außerdem – so auch in Bonn – mit veraltetem Planungsrecht herum. Hauptproblem der Normen: Sie engen die Planung ein. Beispiel: Wo Satteldächer vorgeschrieben seien, können Gründächer nicht gebaut werden. Gründächer aber seien möglich, um den „Bodenabdruck der versiegelten Fläche in Form eines Dachgartens ‚on top‘ wieder zurückzugewinnen.“ Ines Knye rät der Stadtpolitik, Architekten stärker in die Beratung von Stadtplanungsprozessen einzubeziehen ihnen weniger Restriktionen aufzuerlegen. Eine Korsett sind auch die technischen Vorschriften. 20.000 DIN-Vorschriften seien heute zu beachten. So werde der Architekt nicht nur Jurist, sondern auch Ingenieur und Tüftler. Er stoße immer wieder auf die Frage, inwieweit sich Architektur und damit der Mensch normen lasse.

Bei diesem Umfeld bleibt nicht immer genug Raum für den Künstler, den Gestalter des Bauwerkes. Seine heutige Kunst bestehe darin, aus dem vorhandenen Budget zahlreiche gute Qualitäten zu entwickeln. Nur die Architektur als Baukunst verhindere, dass Baugebiete lieblos und ohne Ortsbezug gestaltet werden. Gute Architektur finde man immer dort, wo Bauherr und Architekt gemeinsam eine Lösungsidee entwickeln und realisieren.

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